Sicherheitsdienstleister sind oft Situationen ausgesetzt, in denen eine Eskalation droht. Körpersprache ist in einem solchen Fall wichtig, um Grenzen zu setzen.
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Sicherheitskräfte sind oft Situationen ausgesetzt, in denen eine Eskalation droht. Körpersprache ist in einem solchen Fall wichtig, um Grenzen zu setzen.

Sicherheitsdienstleister

Sicherheitskräfte: Eskalation vermeiden

Der Umgang mit aggressiven Personen ist eine der Herausforderungen für Sicherheitskräfte. Wie kann die Eskalation einer Situation vermieden werden?

In vielen Bereichen leisten Sicherheitskräfte einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Menschen, dennoch geraten die Mitarbeiter häufig in Situationen, in denen eine Eskalation droht. Spezielle Schulungen und Trainings führen den Mitarbeitern vor Augen, wie sie auch in etwas heikleren Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

Neue Herausforderungen für Sicherheitskräfte

Die Sicherheitsbranche sorgt neben den öffentlichen Sicherheitskräften für Sicherheit und Ordnung. Das war seit Jahrzehnten so und wird auch in Zukunft so sein. Doch gerade diese Berufsgruppe hat sich innerhalb kürzester Zeit stark gewandelt. Die Mitarbeiter sind flexibel, arbeiten überall dort, wo man ihre Unterstützung benötigt. Diese Flexibilität und Wandlungsfähigkeit sind der Branche speziell in der herausfordernden Coronaphase zugute gekommen.

Schließlich sind in dieser Zeit wichtige Betätigungsfelder weggebrochen. Unter anderem hat es kaum Veranstaltungen gegeben, und Flughafensicherheitskontrollen sind nur in sehr eingeschränktem Umfang benötigt worden, da es so gut wie keine Flugreisen gegeben hat. Die Branche hat sich rasch umorientiert und neuen Aufgabengebieten zugewendet. Ein breites Betätigungsfeld sind Sondermaßnahmen im öffentlichen Bereich gewesen. Tausende Mitarbeiter haben vor Krankenhäusern, Seniorenheimen und Nahversorgern die Gesundheit der Menschen geschützt. Zutrittskontrollen, Queue Management, Maskenausgabe und Temperaturmessungen – allesamt Tätigkeiten, welche die Mitarbeiter zu „Helden des Alltags“ gemacht haben.

Höchster Qualitätsstandard

Während die Nachfrage an qualifiziertem Sicherheitspersonal seitens des Handels nachlässt, besteht im medizinischen Bereich, in den Impfzentren und auf dem Pflegesektor nach wie vor ein großer Bedarf. Die neu errungenen Kompetenzen helfen den Branchenmitarbeitern, dieses Engagement mit höchsten Qualitätsstandards abzudecken. Gleichzeitig steigt in Zeiten wie diesen die Nachfrage nach Einsätzen im Werks-, Unternehmens- und Baustellenschutz sowie in der Überwachung von Privatbauten.

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Mehr Vielfalt und attraktive Jobs

Zu den klassischen Sicherheitsdienstleistungen gehören unter anderem Security-Einsätze bei Veranstaltungen, Wachdienst sowie Geld- und Werttransportdienste. In den vergangenen Jahren hat sich der Sicherheitsdienst gewandelt und weiterentwickelt. Aus einem ursprünglich vergleichsweise einfachen Bewachungsdienst ist ein moderner Sicherheitspartner geworden. Die modernen Sicherheitsdienstleister von heute bieten oft eine Kombination aus Technik und personellen Dienstleistungen an. Die rasante Weiterentwicklung in der Sicherheitsbranche führt somit zu attraktiven Jobs und mehr Vielfalt. Das spricht junge Leute mit Wissensdurst genauso an wie erfahrene Mitarbeiter sowie Menschen unterschiedlicher Kulturen. Auch für Frauen ergeben sich Chancen, in interessante Betätigungsfelder einzusteigen. Ihr Anteil ist bei den Sicherheitsdienstleistern sehr hoch. Er liegt bei durchschnittlich 26,6 %.

Digitalisierung im Vormarsch

Die Digitalisierung schreitet – wie in vielen anderen Branchen – auch bei den Sicherheitsdienstleistern voran und ist von vielen komplexen Aufgabenstellungen nicht mehr wegzudenken. Das Spektrum reicht dabei von digitalisierten EN-zertifizierten Alarmzentralen über eine digitalisierte Alarmverfolgung bei professionellen Revierstreifen bis zu einem volldigitalisierten Rundgangkontrollsystem bei professionellen Anbietern von Wachdiensten. Ein solches Kontrollsystem inkludiert Geotracking, Incident Reporting sowie eine Kundenplattform zum Abrufen der Berichte. Zudem bedienen sich Anbieter von Empfangs- oder Rezeptionsdiensten immer mehr digitaler Lösungen wie einem elektronischen Wachbuch, elektronischer Dienstantrittsmeldungen oder auch Schlüsselhandling. Die Möglichkeiten zur Nutzung der verfügbaren technischen Möglichkeiten sind vielfältig. Trotz des Vormarsches der Digitalisierung wird der Mensch im Sicherheitsdienst aber immer seinen Platz haben.

Herausforderung: Aggression am Arbeitsplatz

Gelegentlich werden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit heikleren Situationen konfrontiert. Der Umgang mit zunehmend aggressiven und gewaltbereiten Personen ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt. Zudem nehmen Tätlichkeiten, Handgreiflichkeiten sowie Einschüchterungen in spezifischen Bereichen des Bewachungsgewerbes zu. Wie Mitarbeiter in Stresssituationen reagieren, hängt maßgeblich von einer entsprechenden Ausbildung im Bereich Deeskalation, aber natürlich auch ihrer jeweiligen Persönlichkeitsstruktur sowie ihren bisherigen Erfahrungen und Erlebnissen ab. Die richtige Personenauswahl und die richtige Ausbildung sind die Schlüsselelemente für Bereiche, in denen es häufiger zu Konflikten kommt.

Eskalation vermeiden und erkennen

Damit Sicherheitsdienstleister für herausfordernde Situationen gewappnet sind, gibt es ein spezielles Sicherheits- und Deeskalationstraining, das beispielsweise das VSÖ Bildungszentrum Sicherheit in Wien anbietet. Dabei lernen die Teilnehmer, das Gefährdungspotenzial zu erkennen und Risiken sicher einzuschätzen. Sie setzen sich zudem mit ihren eigenen Erfahrungen im Umgang mit Aggression und Gewalt auseinander, festigen persönliche Stärken und bauen diese aus und erlernen neue Möglichkeiten der Situationsbewältigung. Oft können mit einfachen Maßnahmen heiklere Momente bewältigt werden. So trägt bereits ein selbstsicheres Auftreten dazu bei, klare Grenzen zu setzen, ein deeskalierendes Verhalten entschärft Konfliktsituationen. Gelegentlich entstehen kritische Situationen aufgrund kultureller und zwischenmenschlicher Fehlurteile. Durch Sachwissen und Verständnis für unterschiedliche Persönlichkeiten, Lebensumstände und Kulturen können potenzielle Eskalationsmomente rechtzeitig erkannt und entschärft werden. Die Auflösung von gesellschaftlichen Stereotypen führt zu erhöhter Achtsamkeit. Die Fähigkeit, deutlich und bestimmt Grenzen zu setzen, gibt Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen und beugt aggressivem Verhalten vor.

Robert Grabovszki, Generalsekretär Verband der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ)

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