Selbst bei großen Solarparks genügen wenige Videotürme, um kritische Zonen während der Bauphase zuverlässig abzusichern
Foto: Kooi
Selbst bei großen Solarparks genügen wenige Videotürme, um kritische Zonen während der Bauphase zuverlässig abzusichern

Videosicherheit

Sicherheit für Energiewende-Projekte

Unter Diebstahl auf Baustellen leiden unter anderem wichtige Infrastrukturprojekte wie Solarparks oder Windkraftanlagen. Schutz bietet eine temporäre Videoüberwachung.

Bei einem Solarpark-Projekt müssen wir fast immer eine Punktlandung hinlegen, jede ungeplante Verzögerung in der Bauphase bringt enorme Schwierigkeiten mit sich", sagt Dirk Malczyk, Bau- und Projektleiter bei Green Energy 3000, einem führenden deutschen Projektentwickler für Photovoltaik- und Windkraftanlagen. „Bei Diebstählen auf der Baustelle ist weniger der Materialwert das Problem, sondern viel mehr der Zeitverlust durch die Wiederbeschaffung. Bei Verzögerungen können die Schäden für das Projekt in die Hunderttausende gehen."

Begehrtes Ziel gut organisierter Diebe sind vor allem Solarmodule. Mehr als 10.000 solcher Module werden beim Bau eines durchschnittlichen Solarparks nach und nach angeliefert und vor der Montage zwischengelagert. Der Diebstahl ganzer LKW-Ladungen ist keine Seltenheit. Auch bei Green Energy 3000 hat man schon Erfahrungen damit gemacht. „Wir hatten früher mehrfach Vorfälle, bei denen 100 oder mehr Module entwendet wurden", berichtet Dirk Malczyk. „Auch da waren die Folgeschäden durch die Verzögerung größer als der eigentliche Materialwert."

Kritisch sind zudem Großkomponenten wie Trafostationen. Die Lieferzeit für die Wiederbeschaffung kann mehr als ein halbes Jahr betragen, die Schäden durch Projektverzögerung, Ertragsausfall und mögliche Konventionalstrafen liegen dann schnell im sechsstelligen Bereich. Nicht zu unterschätzen ist auch der allgegenwärtige Diebstahl von Kraftstoff aus Tanks oder Generatoren-Containern vor Ort. Teurer als die Wiederbeschaffung von ein paar Hundert Litern Diesel ist der Verzug, wenn Baumaschinen nicht betrieben werden können und Stromgeneratoren ausfallen.

Videotürme in kritischen Zonen

Projektentwickler wie Green Energy 3000 setzen inzwischen zunehmend auf Prävention. Das Leipziger Unternehmen sichert seine Baustellen seit 2019 mit einer mobilen Videoüberwachung von Kooi Security. Kooi ist Pionier in Sachen temporärer Videoüberwachung und hat bereits 2010 die ersten mobilen Videotürme mit autarker Stromversorgung entwickelt. Inzwischen ist das in den Niederlanden beheimatete Unternehmen europaweit mit einer Mietflotte von mehr als 4.000 'UFOs' (Units for Observation) und mehreren zertifizierten Alarmzentralen aktiv. Die mobilen Systeme sichern neben Solarpark- und Windkraftbaustellen auch klassische Hoch- und Tiefbaustellen, Lagerflächen, Leerstände und andere Objekte temporär ab.

Für die Sicherung einer Solarpark-Baustelle werden die Videotürme in den kritischen Zonen positioniert. Das sind vor allem Haupt- und Nebenzufahrten sowie Bereiche, in denen wertvolles Material wie Wechselrichter, Kabel und angelieferte Module gelagert werden. „Selbst bei großen Solarparks genügen fünf bis sieben UFOs, um ausgewiesene Lagerflächen und Zufahrten zuverlässig abzusichern", erklärt Cornelius Scheele, Sales Director DACH bei Kooi Security Deutschland. „Für die optimale Positionierung führen wir einen Sicherheitscheck durch und beraten die Bauleitung, wo welches System am besten steht."

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Mit einer mobilen Videoüberwachung lassen sich Windkraftbaustellen wirksam vor Diebstahl und Vandalismus schützen.
Foto: Jochen Krings
Mit einer mobilen Videoüberwachung lassen sich Windkraftbaustellen wirksam vor Diebstahl und Vandalismus schützen.

Wirksame Abschreckung

Die Videotürme sind auf die deutsche Alarmzentrale des Unternehmens aufgeschaltet. Während der vereinbarten Bewachungszeit (in der Regel rund um die Uhr außerhalb der Arbeitszeiten) detektieren sie verdächtige Bewegungen auf der Baustelle. Typische Fehlalarmquellen werden per Künstlicher Intelligenz herausgefiltert, alle weiteren Vorfälle prüft der Zentralist. Bei einem verifizierten Alarm sorgt die Ansprache per Sprachdurchsage und Sirene fast immer dafür, dass die Täter abgeschreckt werden und das Gelände verlassen. Ansonsten setzt die Alarmzentrale eine vorher vereinbarte Meldekette in Gang, die auf die Lage der Baustelle abgestimmt ist. In dünn besiedelten Regionen, in denen die Interventionszeit sehr lang ist, kann dazu auch die Einbeziehung eines Wachdienstes vor Ort gehören, der dann im Zusammenspiel mit der Alarmzentrale zielführend eingesetzt wird und nicht unnötig ausrücken muss.

Green Energy 3000 hat inzwischen rund ein Dutzend Solarpark-Projekte mit der mobilen Videoüberwachungslösung abgesichert, darunter auch das 2022 fertiggestellte Leuchtturmprojekt Großschirma I in Sachsen, eine der ersten Großanlagen ihrer Art in Deutschland mit Batteriespeicher. „Bei den überwachten Baustellen haben wir keine nennenswerten Diebstähle mehr gehabt", so Bau- und Projektleiter Dirk Malczyk. „Es gab aber sehr wohl Vorfälle. Hier hat die Alarmzentrale von Kooi eingegriffen und konnte Angreifer erfolgreich abschrecken und Schäden verhindern."

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Diebstahl und Sabotage bei Windparks

Ähnlich gefährdet wie Solarparks ist eine weitere Zukunftsbaustelle: Windkraftanlagen. Onshore-Windparks entstehen weit außerhalb von Ortschaften und sind während der Bauphase besonders anfällig für Diebstahl und Vandalismus. Begehrtes Diebesgut sind vor allem die Kupferkabel. Mehrere Kilometer Kabel werden bei einer Windkraftanlage verbaut, die Großspulen lagern während der Bauphase oft leicht zugänglich auf dem Gelände. Diebstähle von mehreren Tonnen Kupferkabel sind keine Seltenheit, der unmittelbare Schaden geht in die Zehntausende. Auch hier kommt es zu erheblichen Folgeschäden, wenn längere Lieferzeiten die Baustelle verzögern.

Eine weitere Gefahr sind Vandalismus und die gezielte Sabotage von Baumaschinen, insbesondere der Baustellenkräne. Die bis zu 160 Meter hohen Spezialkräne werden für den Turmbau und die Montage von Nabe, Maschinenhaus und Rotorblättern benötigt und kosten rund 20.000 Euro Miete am Tag. Entsprechend hoch sind die Folgekosten, wenn Hydraulikleitungen oder Stromkabel gezielt beschädigt werden.

„Angesichts des hohen Schadenpotenzials sind Anlagenhersteller gut beraten, wenn sie ihr Projekt in den kritischen Bauphasen wirksam gegen Diebstahl und Sabotage absichern", sagt Cornelius Scheele von Kooi Security Deutschland. „Ein herkömmlicher Wachdienst ist aufwendig und bietet nur lückenhaften Schutz, insbesondere bei abgelegenen Baustellen. Die mobile Videoüberwachung in Verbindung mit der 24/7-Alarmzentrale hat die Baustelle dagegen während der Sicherungszeiten permanent im Blick und kann jederzeit eingreifen. Die 24/7-Alarmbearbeitung ist unabhängig von der Anzahl der Alarme in unserem wöchentlichen Fest-Mietpreis enthalten, das macht die Kosten sehr transparent."

Ohne solche wirksamen Sicherheitsmaßnahmen sind viele wichtige Infrastruktur-Projekte heute kaum noch vorstellbar. Die beschriebene Lösung wird beispielsweise auch beim Bau von LNG-Terminals, Stromnetzen und Verkehrswegen eingesetzt. Durch das Verhindern schmerzlicher und teurer Verzögerungen leistet sie damit auch einen wichtigen Beitrag zum neuen 'Deutschland-Tempo'.

Jochen Krings, Professional Relations, für

Kooi Security Deutschland GmbH

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